Sabine Leidig
 

Antworten auf die Fragen aus der Partei zu meiner Kandidatur

Warum hast du dich nicht auf den beiden Regionalversammlungen vorgestellt?
Weil ich die Entscheidung, tatsächlich zu kandidieren, erst Anfang April getroffen habe (obwohl ich schon im Februar gefragt worden war) - aus verschiedenen Gründen: Erstens wollte ich diesen Schritt nicht ohne ausführliche Abstimmung mit mir wichtigen Menschen in Attac, in meiner Familie und in der Partei tun.
Und zweitens wollte ich ein Unterstützungssignal vom Landesvorstand der Partei abwarten, nachdem ich von der zweiten Bewerbung auf den Spitzenplatz erfahren hatte, deren Bedeutung für die Partei ich nicht einschätzen konnte. Ausschlaggebend war schließlich der ausdrückliche Wunsch von Genossen aus Kassel.
Warum kandidierst du ohne Empfehlung des Landesvorstandes auf Listenplatz 1?
Durch die Mail der Vorsitzenden an die Kreisverbände habe ich am 21.4. erstmals offiziell erfahren, dass der Landesvorstand meine Kandidatur auf diesem Platz nicht unterstützt. Die darin genannten Argumente überzeugen mich allerdings nicht: 1) »Wir haben zum Glück mittlerweile eine Stärke des Landesverbandes erreicht, die es uns ermöglicht, eigene Kandidatinnen aus dem Landesverband in die Parlamente zu schicken«: Das freut mich natürlich. Aber ich habe mich ja nicht als Lückenbüßerin beworben, sondern weil ich als Bundesgeschäftsführerin von Attac ein politisches Zeichen setzen will. 2) Allerdings wird bezweifel, ob ich »die gewollte Ausstrahlung in dieses Wählersegment haben kann«:
Ich finde, dass die Bewertung meiner »Ausstrahlung« den Landesvorsitzenden nicht wirklich zusteht. Es wäre fair gewesen, mich selbst anzuhören, bevor ein solches Urteil gefällt wird. Die Resonanz aus Attac und von einer Reihe namhafter Mitglieder des Beirates sprechen eine andere Sprache. Dies ist der Grund, weshalb ich trotzdem kandieren und das Urteil den Delegierten Mitgliedern überlassen will. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, auf die Basis zu vertrauen. UND: ich möchte nicht gegen ein Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes kandidieren.
Wie ist dein Verhältnis zur Partei?
Die Partei war für mich von Anfang an ein unverzichtbarer Akteur und ich habe nicht nur passiv sympathisiert. Allerdings habe ich nachdem ich die DKP vor 18 Jahren verlassen habe, meine persönlichen politischen Lebensprojekte zunächst anderswo gefunden. In meiner Zeit beim DGB habe ich u.a. Wahlaufrufe für die PDS/Linkspartei unterschrieben und in der bundesweiten AG betrieb & gewerkschaft mitgearbeitet. Als Attac-Geschäftsführerin habe ich auf öffentliche Unterstützung verzichtet, weil das ein Verstoß gegen den parteienunabhängigen Grundkonsens dieses Netzwerkes gewesen wäre. Im Falle meiner Nominierung stehe ich als Direktkandidatin im Odenwaldkreis (187) zur Verfügung.
Wenn nicht, bleibe ich als Geschäftsführerin bei Attac und kann kein Parteimandat übernehmen. Die hessische Landtagsfraktion der LINKEN hat mich zur Bundesversammlung entsandt.
Wirst du Mitglied werden?
Das ist durchaus möglich. Ich möchte es aber von der Gesamtkonstellation abhängig machen, z.B. davon, ob es sinnvoll erscheint, den Status der Parteilosigkeit aufzugeben.
Würdest als Bundestagsabgeordnete ein Wahlkreisbüro »auf dem Land« einrichten?
Ich habe nichts dagegen und kann mir das sowohl im Odenwald, als auch in Nordhessen gut vorstellen. Beraten und entschieden werden müsste das aber in der Partei und mit allen Bundestagsabgeordneten, nach den Notwendigkeiten. Auf jeden Fall halte ich viel von Partei-Präsenz und in der Fläche, mit Strukturen, die die Arbeit der ehrenamtlichen gut stützen.
Die Linke
Attac

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Seite zuletzt geändert am 10.08.2009 um 16:25 Uhr

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